Das Wichtigste vorab
Self Care in der Schwangerschaft ist der Schlüssel zu körperlichem Wohlbefinden, emotionaler Stabilität und einer bewussten Verbindung zu deinem Baby. Wenn du in der Schwangerschaft liebevoll für dich sorgst, reduzierst du Stress, stärkst deine mentale Gesundheit und unterstützt einen gesunden Schwangerschaftsverlauf.
Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet Self Care in der Schwangerschaft
Self Care ist weit mehr als ein Schaumbad oder eine Massage. Es beschreibt alle bewussten Handlungen, mit denen du deine körperliche und seelische Gesundheit stärkst. Dazu gehören gesunde Ernährung, Bewegung, emotionale Achtsamkeit, soziale Unterstützung und das Wahrnehmen deiner eigenen Grenzen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Schwangeren, aktiv Verantwortung für ihr Wohlbefinden zu übernehmen und präventiv auf sich zu achten. Studien zeigen, dass regelmäßige Self Care in der Schwangerschaft nicht nur das Wohlbefinden verbessert, sondern auch die Wahrnehmung von Belastungen reduziert.
Warum Self Care so wichtig ist
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ganzheitliche Selbstfürsorge eng mit psychischem Wohlbefinden verknüpft ist. Frauen, die regelmäßig auf gesunde Routinen achten, berichten über weniger Stress, mehr innere Stabilität und ein positiveres Erleben der Schwangerschaft. Gleichzeitig wirkt soziale Unterstützung wie ein Schutzfaktor und hilft, belastende Gedanken und Sorgen besser zu regulieren.
Self Care ist also kein Luxus, sondern eine grundlegende Ressource für deine Gesundheit und die deines Babys.
Die vier Säulen der Selbstfürsorge
1. Körperliche Self Care
Dein Körper leistet in der Schwangerschaft Höchstarbeit. Unterstütze ihn durch
• ausgewogene nährstoffreiche Ernährung
• regelmäßige sanfte Bewegung wie Spaziergänge Yoga oder Schwimmen
• ausreichend Schlaf und bewusste Pausen
• regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
• den Verzicht auf Alkohol Nikotin und unnötige Medikamente
2. Emotionale und mentale Self Care
Auch deine Gefühle brauchen Raum. Hilfreich sind
• Atemübungen und kurze Achtsamkeitspausen
• Journaling oder Tagebuch schreiben
• das Erlauben von Emotionen ohne sie zu bewerten
• bewusstes Grenzen setzen im Alltag
3. Soziale Unterstützung
Du darfst getragen werden. Studien zeigen dass soziale Unterstützung ein Schlüsselfaktor für psychische Stabilität ist.
• Suche bewusst Nähe und Austausch
• Nimm Hilfe an auch wenn es dir schwerfällt
4. Gesundheitsbewusstsein
Selbstfürsorge bedeutet auch Verantwortung.
• Informiere dich aus vertrauenswürdigen Quellen
• Gehe regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen
• Sprich offen über Beschwerden oder Sorgen
Wenn dich typische Beschwerden in der Schwangerschaft beschäftigen, findest du dazu auch hilfreiche Tipps in unserem Beitrag zur Schwangerschaftsübelkeit. Auch über typische Symptome zu Beginn der Schwangerschaft solltest du informiert sein.
Self Care Rituale für deinen Alltag
1. Mini Rituale am Morgen
Bevor du aufstehst lege eine Hand auf deinen Bauch und eine auf dein Herz. Atme drei Mal langsam durch die Nase ein und durch den Mund aus. Stell dir vor wie du mit jeder Ausatmung Anspannung loslässt. Du kannst dir innerlich sagen:
Ich bin hier. Mein Körper weiß was er tut.
Diese einfache Übung hilft deinem Nervensystem aus dem Stressmodus in einen Zustand von Sicherheit und Verbundenheit zu wechseln.
2. Kleine Inseln im Tag
Plane dir bewusst mehrere kleine Pausen ein. Sie müssen nicht perfekt sein.
• Trinke ein warmes Getränk ohne nebenbei aufs Handy zu schauen
• Gehe fünf Minuten an die frische Luft und spüre deine Füße auf dem Boden
• Lege kurz die Augen zu und atme ruhig weiter
• Höre ein Lied das dir Kraft gibt
Diese Mini Inseln signalisieren deinem Körper dass er nicht permanent funktionieren muss.
3. Abendliche Rückschau
Am Abend darfst du den Tag liebevoll abschließen. Setze oder lege dich bequem hin und frage dich:
• Was hat mir heute gut getan
• Wo habe ich mich mit meinem Baby verbunden gefühlt
• Was darf morgen ein kleines bisschen leichter werden
Schreibe dir gerne einen Gedanken auf oder lege erneut die Hand auf deinen Bauch. Diese bewusste Reflexion stärkt dein Vertrauen in dich selbst und lässt dich ruhiger in die Nacht gehen.
Wenn Self Care allein nicht ausreicht
Manchmal reichen kleine Rituale nicht aus. Wenn Sorgen oder körperliche Symptome deinen Alltag stark belasten ist es wichtig Unterstützung zu suchen. Deine Hebamme ist hier eine wertvolle Begleiterin. Du darfst dich jederzeit melden und um Hilfe bitten. Unser Geburtsvorbereitungskurs für Paare – Push Prep begleiten dich zusätzlich auf deinem Weg.
Fazit
Self Care ist kein Extra sie ist die Basis. Sie hilft dir dich selbst zu spüren deine Grenzen wahrzunehmen und diese besondere Zeit bewusst zu erleben. Du bist nicht nur werdende Mutter du bist vor allem du selbst und du darfst dich gut um dich kümmern.
Häufige Fragen
Was ist, wenn ich mich trotz Self Care dauerhaft überfordert fühle?
Wenn du merkst, dass Sorgen, innere Unruhe oder Erschöpfung deinen Alltag bestimmen, ist das ein wichtiges Signal deines Körpers. Self Care darf unterstützen, aber sie ersetzt keine professionelle Begleitung. Sprich in diesem Fall unbedingt mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin. Frühzeitige Unterstützung kann verhindern, dass sich Belastungen verfestigen.
Wie erkenne ich, dass ich mehr als nur kleine Rituale brauche?
Wenn du über mehrere Tage oder Wochen
• schlecht schläfst
• dich ständig angespannt fühlst
• wenig Freude empfindest
• dich innerlich leer oder blockiert erlebst
dann ist es sinnvoll, aktiv Hilfe anzunehmen. Das ist kein Scheitern, sondern Fürsorge.
Kann Stress meinem Baby schaden?
Kurzzeitiger Stress gehört zum Leben dazu. Anhaltender hoher Stress jedoch kann deine und die Gesundheit deines Babys stark beeinträchtigen. Genau deshalb ist es so wichtig, dass du dich ernst nimmst und Unterstützung suchst, wenn Belastungen nicht mehr allein zu bewältigen sind.
Quellen
Nguyen LD, Nguyen LH, Ninh LT, Nguyen HTT, Nguyen AD, Vu LG, Nguyen HSA, Nguyen SH, Doan LP, Vu TMT, Tran BX, Latkin CA, Ho CSH, Ho RCM.
Women’s holistic self care behaviors during pregnancy and associations with psychological well being implications for maternal care facilities.
BMC Pregnancy and Childbirth. 2022;22:61.
DOI: 10.1186/s12884-022-04961-z
Bahrami Samani S, Omidvar S, Mohsenzadeh Ledari F, Azizi A, Ashrafpour M, Kordbagheri M.
The relationship between perceived stress and pregnancy distress with self care of pregnant women the mediating role of social support a cross sectional study.
Health Science Reports. 2023;6:e1730.
DOI: 10.1002/hsr2.1730
World Health Organization.
WHO recommendations on antenatal care for a positive pregnancy experience.
In Pregnancy Care Guidelines. NCBI Bookshelf. National Institutes of Health.





